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NEBA ist eine Initiative des Sozialministeriumservice.

Fallbeispiel G.

Produktionsschule: Fallbeispiel G.

Beim Jugendlichen G. bestand nach Beendigung der Schulpflicht aufgrund jahrelanger negativer Erfahrungen durch Mobbing eine massive Rückzugstendenz mit zunehmender sozialer Isolation und stark vermindertem Selbstwert.

Die jahrelange Mobbingerfahrung belastete nicht nur ihn, sondern auch sein unmittelbares familiäres Umfeld. So bestanden Bedenken und Ängste seitens der Familie, dass das Mobben weitergehen könnte, der Jugendliche hingegen wusste, wenn es ihm zu viel wird, neigt er zu Affekthandlungen und aggressiven Übergriffen. Durch den sozialen Rückzug hat sich ein wenig kommunikatives und introvertiertes Verhalten entwickelt, welches dem Jugendlichen ein „Durchstarten“ zusätzlich erschwerte.

Nach fast 3 Jahren, welche der Jugendliche sehr zurückgezogen zu Hause verbracht hat, entschied er sich nach anfangs „gescheiterten“ Versuchen, einen Ausbildungsplatz zu finden und nach eingehender Beratung durch das AMS und Jugendcoaching bei AusbildungsFit einzusteigen.

Die Entscheidung, Tischler werden zu wollen, stand bereits fest und trotz vieler Unsicherheiten und Bedenken („… es überhaupt einen Tag zu schaffen…“, „Wie wird es mir mit den anderen Jugendlichen gehen.“, „Wird man mich so annehmen, wie ich bin, oder wird’s mir so gehen, wie in meiner Schulzeit.“, „Was mache ich, wenn ich einen Arbeitsauftrag nicht verstehe.“….) wurden Schritt für Schritt gemeinsam Teilziele festgelegt, welche dem Jugendlichen die Sicherheit gaben, sich mehr zuzutrauen, sich selbst als sehr wichtiges Mitglied in einer Gruppe wahrzunehmen, an Selbstsicherheit zu gewinnen und sich arbeitstechnische Fähigkeiten und Fertigkeiten in Bezug auf seinen Berufswunsch anzueignen.

Durch die Möglichkeit, in einem geschützten Rahmen dem Berufswunsch in einer professionell ausgestatteten Werkstätte unter erfahrener fachspezifischer Anleitung und Unterstützung nachgehen zu können, das individuelle Coaching, die Teilnahme an der Wissenswerkstatt, welche auch für teamdynamische Übungen sehr intensiv genutzt wurde, aber auch die regelmäßige Teilnahme am Sport, welche dem Jugendlichen eine gänzlich neue Körperwahrnehmung ermöglichte, veranlassten den Jugendlichen nach ca. 6 Monaten, ausreichend Mut zu fassen, um den ersten Schritt in die freie Wirtschaft zu wagen.

Durch intensive Vorbereitung und Begleitung (Besuche vor Ort und Telefonate), aber auch durch das Vertrauen zum Coach, erlebte der Jugendliche sein erstes 4-wöchiges Arbeitstraining als großen Schritt in Richtung seiner persönlichen Ausbildungsfitness. Im darauf folgenden Arbeitstraining in einem sehr renommierten Tischlereibetrieb war man schlussendlich so begeistert von ihm, seinen arbeitstechnischen Fähigkeiten und Fertigkeiten, seiner Einstellung, seinem Handgeschick und seiner sozialen Kompetenz, dass ihm eine Lehrstelle angeboten wurde.

Nach 9 Monaten Projektteilnahme in der AusbildungsFit begann der Jugendliche G. motiviert und selbstbewusst (s)eine reguläre Lehre in einem Tischlereibetrieb in Gralla bei Leibnitz.

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